Ein schmaler Grat

Ein sauberes durchgehendes Zapfenloch braucht es sowie am Fries einen guten Anschlag: Dann kann man auf der Gegenseite stirnseitig eine Schwalbenschwanznut einfräsen. Und zwar genau so tief, dass der Nutgrund mit dem zu klemmenden Werkstück bündig liegt. Eine eingeschobene Gratleiste hält die Verbindung dann zusammen.
Im vorliegenden Beispiel des japanischen Schreiners mit dem Kunstnamen Takuwoodcraft ragt die Gratleiste etwas aus der Schwalbenschwanznut heraus. Dadurch wird die Leiste etwas robuster und es erfordert keinen Aufwand, sie genau bündig auszuführen. Wenn die Verbindung besonders gut spannen soll, kann man die Schwalbenschwanznut in der Breite leicht konisch fräsen und die Gratleist entsprechend schräg hobeln.
Mit etwas Fantasie lässt sich die Verbindung in verschiedenen Bereichen einsetzen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel beim klassischen Wangentisch, um den Steg zwischen den beiden Wangen zu fixieren. Die Konstruktion steht weniger vor als herkömmliche Keilverbindungen. Ausserdem ist die Gefahr des Abscherens geringer.